Österreich liest - Eröffnungsmatinée: Lesung mit Musik

04.10.2018: Sonntag, 14. Oktober 2018, 10 Uhr

Nadine Kegele

Sonntag, 14. Oktober 2018, 10 Uhr

Eröffnungsmatinée – Lesung mit Musik Nadine Kegele: Lieben muss man unfrisiert Literarische Porträts voller Weisheit, Witz und Kampfgeist. 19 Frauen zwischen Madrid und Berlin, zwischen 16 und 92 Jahren erzählen ungeschönt und mit viel Humor aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Sorgen, von falschen, richtigen und notwendigen Entscheidun¬gen und davon, was es braucht, um glücklich zu sein. Die gebürtige Vorarlbergerin Nadine Kegele hat in ihrem Buch höchst heterogene und spannende Lebenswelten vereint. Welches Selbst¬verständnis haben Frauen heute, mit welchem Rollenbild werden sie erwachsen und was wollen sie verändern?

Eintritt: 10 Euro inkl. Kleinem Frühstück

Wir bitten um Anmeldung unter stadtbuecherei@dornbirn.at oder T +43 5572 55786

Literaturtipps

Friederike Mayröcker / Und ich schüttelte einen Liebling

Ich liebe Mayröckers Prosa. Es ist wie alte Bekannte treffen. Hier trifft man vor allem „EJ“, Ernst Jandl. Es ist ein Erinnerungsbuch in gewohnt fliegender Sprache. Überhaupt ist Mayröckers Sprache eine eigene Welt ohne Regeln und Gesetze, aber mit verschiedensten Assoziationsmöglichkeiten in jegliche Richtungen, von denen man noch nicht mal wusste, dass man die einschlagen könnte.

Richard Obermayr / Das Fenster

Obermayr ist kein Vielschreiber, er ist ein Langschreiber. Man braucht auch lange zum Lesen, weil seine Literatur vielschichtig und höchst poetisch ist. Vielleicht braucht man auch, wie ich, einen zweiten Anlauf, um sich darauf einlassen zu können. In „Das Fenster“ schreibt er über seine Familiengeschichte, und zwar „eine Erinnerung, die niemals hätte das Haus verlassen dürfen“.

Irmgard Keun / Das kunstseidene Mädchen

Keun ist die Erfinderin von so vielen für die 1930er modernen und emanzipierten Frauenfiguren, wie auch Doris, das kunstseidene Mädchen, eine ist. Sie lässt ihre Heldinnen die aktuelle politische und ökonomische Lage durchleben, und zwar mit einer Kraft, einem Humor und einer hellhörigen Empfindsamkeit, dass man viel übers Leben lernen kann. Auch heute. In diesem Roman gibt es eine Katzenszene, die mir immer im Gedächtnis bleiben wird – weswegen sie auch in mein neues Buch Eingang gefunden hat.

Maja Haderlap / Engel des Vergessens

Das ist die Geschichte eines Mädchens und seiner Familie, und die Geschichte der Kärntner Sloweninnen und Slowenen. Es geht um Nazi-Verbrechen, Widerstand, Emanzipation, aber vor allem um diesen Krieg, der nie aufhört, wenn er einmal erlebt wurde, und dessen Verbrechen auch erinnert werden müssen. Haderlaps poetische Sprache ist gleichzeitig leicht und eindringlich. Und das Buch ist Erinnerungsbuch und Mahnmal.